Ayers Rock - faszinierender Felsen im Outback
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Die Show beginnt lange vor Sonnenuntergang:
Es dauert nochStunden, bis die glutrote Scheibe in den Weiten des australischen
Outbacks versinkt, doch der Parkplatz am Ayers Rock füllt sich
schon. Wahrzeichen schlechthin Faszination und Klischee - der 3,5 Kilometer lange, 348 Meter hohe Sandsteinfelsen in der Mitte des Kontinents ist beides. Neben dem Opernhaus in Sydney wohl das Wahrzeichen Australiens schlechthin, fesselt der aus der kargen Landschaft herausragende Ayers Rock durch das kräftige Rot, das morgens und abends so viele verschiedene Schattierungen zeigt. Er ist aber auch zum Abziehbild geworden für ein Outback, das viele Touristen gar nicht richtig erleben: Mit dem Flugzeug angereist, bleiben sie zum "Sunset"-Spektakel und für eine Nacht im Luxushotel, bevor die Reise irgendwohin weiter geht. Der Spiritualität des Felsens und seines Umlands kommt man so nicht nahe. Wer den Ayers Rock intensiver kennen lernen möchte, muss sich etwas mehr Mühe machen. Von Alice Springs aus, der "Hauptstadt" des roten Zentrums Australiens, leiten 444 Highway-Kilometer durch eine endlos erscheinende, meist nur von dürren Spinifex-Gräsern bewachsene Weite zum Uluru-Kata Tjuta-Nationalpark, in dem der Felsen liegt. Die touristische Infrastruktur lässt indes keine Wünsche offen. Das 14 Kilometer entfernte Ayers Rock Resort bietet in fünf Hotels vom exklusiven "Sails in the Desert" bis zur einfachen "Spinifex Lodge" Platz für gut 2000 Gäste. Dazu kommt noch ein Campingplatz. Viele Touristen erklimmen den Ayers Rock und lassen sich weder von Warnungen noch Bitten abhalten. Regelmässig kommen Hobby-Bergsteiger zu Tode, durch Entkräftung oder weil sie auf dem glatten Gestein ausrutschen. Und die Anangu-Aborigines haben Schilder "Please do not climb" aufgestellt - in ihren Augen ist die Besteigung ein Frevel. Anders als an vier geweihten Stellen am Fusse des Berges, der sich in einem rund zehn Kilometer langen Marsch bequem umrunden lässt, verhindern an der Aufstiegsstelle aber keine Absperrungen das Betreten. Ein Halteseil animiert sogar dazu, den Berg zu besteigen. Olgas als weitere Attraktion Doch nicht nur am Ayers Rock, auch 30 Kilometer westlich an den "Olgas" geniessen jeden Abend Outback-Urlauber das rote Farbenspiel der Sonne. Die kleineren, ebenfalls aus Sandstein bestehenden Kuppen werden von den Anangu "Kata Tjuta" - zu Deutsch: "viele Köpfe" - genannt und sind die ruhigere Alternative für Sonnenuntergangs-Fans. Wenn die Sonne unten und das Rot des Ayers Rock verblasst ist, werden rasch die ersten Motoren gestartet, und es geht zurück zum Hotel. Viele wollen früh ins Bett, denn am Morgen geht es zeitig los - beim Sonnenaufgang auf der anderen Seite des Felsens trifft man sich wieder. Der Japaner packt seine Kamera ein und schraubt das Stativ zusammen. Über dem Ayers Rock steht der Mond. Nun wird es ganz still in dieser Welt aus rotem Sand und dürren Gräsern. Doch morgen abend werden hier erneut Bierdosen zischen und Touristen ganze Filme verschießen, weil sie das Klischee vom Outback so fasziniert. |